TÄGLICH GEÖFFNET
10.00 - 18.00 Uhr










 
 






Alfons Maria Mucha (1860-1939) ist vor allem durch seine prominente Rolle bekannt, die er bei der Prägung der Ästhetik des französischen Jugendstils an der Jahrhundertwende spielte. Als kämpferische Natur und verhältnismäßig unbekannter in Paris lebender Künstler tschechischer Herkunft, gelangte Mucha im Dezember 1894 praktisch über Nacht zu Ruhm, indem er den Auftrag für ein Plakat der berühmtesten Schauspielerin dieser Zeit, Sarah Bernhardt, annahm. Obwohl der Drucker anfangs Befürchtungen hegte, die Finalzeichnung von Mucha wegen seines unkonventionellen Stils anzunehmen, vergötterte ihn Sarah Bernhardt, und bei den Parisern hatte er derartig großen Erfolg, dass einige Sammler sogar die Plakatkleber bestachen, um ein Plakat von ihnen einzuheimsen, oder sie schnitten die Plakate in der Nacht einfach mit einer Rasierklinge aus den Aushängetafeln heraus. "Muchas Stil" geriet in alle Munde. Der Erfolg jenes ersten Plakats führte zum Vertrag zwischen Bernhardt und Mucha, und in den Folgejahren schuf er für sie und andere Kostüme und Bühnendekorationen, Entwürfe für Magazine und Bucheinbände, Schmuckstücke und Mobiliar sowie zahlreiche Plakate. Mucha kehrte 1910 in die Tschechoslowakei zurück und weihte den Rest seines Lebens der Arbeit an der epischen Serie von 20 Bildern der slawischen Geschichte, dem Slawischen Epos.


1860 Geboren am 24. Juli in Ivanèice in Südmähren.
1879 Übersiedlung nach Wien, um dort als Maler von Theaterdekorationen zu arbeiten.
1883 Graf Khuen Belassi bestellt ihn für die Dekoration des Schlosses Emmahof in Wien.
1885 Beginn seines Studiums an der Münchner Akademie der Künste, gefördert von Graf Khuen-Belassi.
1887 Übersiedlung nach Paris, um an der Julian-Akademie zu studieren.
1892 Auftrag von Charles Seignobos zur Illustration von Scenés et épisodes de l´histoire d´Allemagne.
1894 Entwurf seines ersten Plakats, das von Sarah Bernhardt in der Rolle der Gismonda - Drama von Victorien Sardou - in Auftrag gegeben wurde. Dieser Erfolg war der Grund für den Vertragsabschluss über 6 Jahre mit der "göttlichen Sarah".
1896 Druck von Muchas erstem dekorativen Panneau Vier Jahreszeiten.
1897 Februar: erste Personalausstellung in der Galerie Bodiniére in Paris mit 107 ausgestellten Arbeiten, gefolgt im Mai von der Ausstellung im Salon des Cent´s mit 448 Werken. Eine Auswahl dieser Ausstellung war auch im Topiè-Salon in Prag zu sehen.
1899 Nimmt die Beauftragung der Österreichisch-Ungarischen Regierung zur Teilnahme an der Weltausstellung in Paris im Jahr 1900 an.
1900 Beginn der Arbeiten am Entwurf der Ausschmückung des Fouquet-Juwelengeschäfts, eines der einzigartigen Jugendstil-Interieurs.
1902 Herausgabe von Documents d´coratifs, das Handbuch für Künstler.
1905 Herausgabe seiner Figures décoratives.
1906 Reise nach Amerika, wo Mucha lehrt und gleichzeitig zahlreiche Porträts malt.
1910 Mucha kehrt nach Prag zurück, um an seinem Slawischen Epos zu arbeiten.
1911 Beendigung der Innenausschmückung des Primatorensalons im Prager Repräsentationshaus als letztes großes Kunstwerk des Jugendstils in Prag.
1918 Entwurf von Briefmarken und Banknoten für den neu entstandenen Tschechoslowakischen Staat.
1921 Erfolgreiche Ausstellung von Muchas Arbeiten im Brooklyner Museum in New York.
1928 Offizielle Übergabe des kompletten Zyklus des Slawischen Epos an das tschechische Volk und die Stadt Prag.
1931 Entwurf einer Farbfensterverglasung für den Prager Veits-Dom.
1939 Nach dem Einfall der Deutschen in die Tschechoslowakei ist Mucha einer der Ersten, die von der Gestapo gefangen genommen wurden. Es ist ihm zwar erlaubt, nach Hause zurückzukehren, aber seine Gesundheit beginnt sich rasch zu verschlechtern, und am 14. Juli 1939 stirbt er in Prag. Mucha ist auf dem Friedhof auf dem Vyšehrad begraben.

Mucha in his studio, 1898